Als Gesandter des Papstes zu Gast in Lüdinghausen

Fabio Chigi (1599-1667)


Fabio Chigi, von 1639 bis 1651 päpstlicher Nuntius in Köln, nahm an den Verhandlungen zum westfälischen Frieden 1648 teil und machte in dieser Funktion auf den Durchreisen 1644 und 1649 Station in Lüdinghausen.  

Er protestierte nach der Unterzeichnung gegen die Verträge, so dass der Papst die den Protestanten gemachten Zugeständnisse nicht bestätigte. Papst Innozenz X. erhob ihn zum Kardinal und betraute ihn mit der Leitung der Staatsgeschäfte. Als Alexander VII. wurde Fabio 1655 zum Papst gewählt. Von Bernini ließ er die berühmten Kolonaden am Petersplatz in Rom  errichten.

 

Wussten Sie eigentlich,...

dass Pfefferpotthast nach alter Lüdinghauser Art 1644 schon Fabio Chigi serviert wurde? Der Wirt Hinrich hatte bereits tagelang vorher emsig Vorbereitungen getroffen. Seine Frau wollte den hohen Besuch mit einem Frikassee verwöhnen. Sie hatte der Köchin von der nahen Burg Vischering ein Rezept abgeschwatzt.

 

Und so wird´s gemacht: Man nehme Rindfleisch, Butter, Zwiebel, Pfeffer, Salz, Gewürznelken, Muskatnuss, Zitronenstückchen oder Zitronenschale (gerieben), etwas Wallnusskonfitüre oder Marellen (Kirschen oder Aprikosen), ein Glas Wein oder Essig.

Das Rindfleisch in flache Stücke schneiden und klopfen. Etwas Butter ablassen, Zwiebel darin bräunen und das Fleisch hineingeben. Pfeffer, Salz und die anderen Gewürze dazugeben. etwas Wallnusskonfitüre oder eingemachte Marellen würden darin gut schmecken. Dann gebe man noch ein Glas Wein, etwas Essig hinzu und lasse alles auf dem Herd, bis es gar ist.

 

Pfefferpotthast nach alter Lüdinghauser Art wird übrigens in nahezu allen Gasthäusern in Lüdinghausen und Umgebung angeboten.

 

Chigi kam nach dem Abschluss der Verhandlungen noch ein Mal in Lüdinghausen vorbei. Dann bezog er Quartier auf der burg Lüdinghausen. Mit deren ehemaligen Amtmann Christoph Bernhard von Galen, dem später als Bombenbernd bekannten Fürstbischof von Münster, verband ihn eine enge Freundschaft.