Femegerichtsstätte

Urteil lautete: Freispruch oder Tod

 

Die Feme war eine auf den westfälischen Raum beschränkte Art mittelalterlicher Kriminaljustiz, die zu einer Zeit großer Rechtsunsicherheit Anfang des 13. Jahrhunderts entstand.  Es handelte sich um Gerichtsverhandlungen über schwerwiegende Verbrechen wie Raub, Brand, Mord, Vergewaltigung, Fälschung, Meineid und Kirchenfrevel. Das Urteil lautete auf Freispruch oder Tod. Das Todesurteil wurde durch den Strang vollzogen und von einem zum Henker bestimmten Freischöffen vollstreckt.

 

Die Teilnehmer am Femegericht waren angesehene Bürger, die die Verhandlungen geheim abhielten. Der Vorladungsbrief eines Angeklagten wurde an seine Haustür, den Gartenzaun, das Stadt- oder Burgtor geheftet. Der Angeklagte musste dann vor dem Femegericht erscheinen. Kam ein geladener Beschuldigter nicht zum Prozess, konnte er in Abwesenheit verurteilt werden und musste dann ohne Mitteilung des Urteils jederzeit mit der Vollstreckung rechnen.

 

Der Heimatverein hat auf der Brücke an der Borg eine Femegerichtsstätte errichtet.

 

 

 

Femegerichtsstätte

 

Borg

 

59348 Lüdinghausen