Die Felizitaskirche

 

Die St. Felizitas-Kirche ist eine spätgotische Hallenkirche. Baubeginn der neuen, über der im Jahre 800 von St. Ludger gegründeten Kirche war 1507. Der 70 m hohe Turm ruht auf zwei Säulen, die als die dicksten massiven Sandsteinsäulen Europas gelten.

 

Die Anfänge von St. Felizitas sind eng verknüft mit dem Wirken des hl. Liudger (Ludgerus), des ersten Bischofs von Münster (+809). Wenn dieser auch nicht der erste Glaubensbote im westlichen Sachsenland war, so hat er hier doch die Kirche gefestigt, besonders durch die Gründung der Urpfarreien, zu denen auch Lüdinghausen gehörte. Im Jahre 800 schenkten ihm ein gewisser Senelhard und dessen Schwiegersohn Walfried ihr Besitztum.

 

Diese Schenkung bot Liudger die Grundlage für die Errichtung einer Kirche und eines Pfarrhofes (Wedemhof). Er vermachte das Anwesen dem Kloster Werden a. d. Ruhr, das er selbst gegründet hatte und wo er seine Ruhestätte fand. So wurde die Lüdinghauser Kirche eine sog. Eigenkirche der Abtei Werden. Die Äbte waren jahrhundertelang Lehnsherren von Lüdinghausen.

Reliquien

 

Im Jahre 839 wurden Reliquien der hl. Felizitas von Rom nach Vreden gebracht, wo das Geschlecht des Sachsenherzogs Widukind ansässig war. Von dort her wurde Felizitas im Münsterland bekannt, aber auch vom Kloster Werden kann ihre Verehrung nach Lüdinghausen gelangt sein. Im Laufe der Zeit wurde dann das Patrozinium des hl. Stephanus verdrängt; Felizitas wurde die Hauptpatronin und ist es noch heute.

 

Die Felizitaskirche ist eine typisch westfälische, spätgotische Hallenkirche, wie sie noch bis weit ins 16. Jh. gebaut wurden. (Vgl. Münster: Lamberti und Überwasser; Coesfeld: Lamberti; Nottuln: Martini u. a.) Sie ist aus hellem, etwas gelblichem Baumberger Sandstein erbaut.

Taufstein

 

Der Taufstein, das älteste Stück in der Kirche, steht seit einigen Jahren vorne im südlichen Seitenschiff. Zum Taufstein gehört das silberne Taufgerät (Schale, Kanne, Ölgefäß), das in einer Wandnische aufbewahrt wird; ebenso als Wandschmuck eine sog. Johannesschüssel, die an das Martyrium des Täufers erinnert (Mt 14,11). Der runde Taufstein dürfte etwa aus der ersten Hälfte des 13. Jh. stammen.

 


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