Der Initiator des St. Marien-Hospitals

Bernhard Strotkamp (1792-1867)


Die sog. Mariensäule an der südlichen Seite der Felizitaskirche wird als ein bedeutendes Werk historischer Denkmalkunst beschrieben, das auch für die Religionsgeschichte und Volksfrömmigkeit von Bedeutung ist. Auf einem neugotischen Sockel aus Sandstein befindet sich die Sandsteinfigur einer Mondsichelmadonna. An der Nordseite ist die Inschrift :„Heilige Maria, unbefleckt empfangen, bitte für uns, gegrüßet seist du Maria“ zu lesen.

An der Südseite steht die Grabinschrift: „Hier ruht Bernhard Strotkamp, geb. zu Münster, den 4.Dezember 1792, gest. den 15. Januar 1867“ und an der Ostseite steht: „Er ward von Gott und den Menschen geliebt, sein Andenken ist ein Segen“

Über 44 Jahre war der Verstorbene im hiesigen Altkreis Lüdinghausen tätig. Seine größte Freude sei es in all der Zeit gewesen, so hieß es, den Armen und Notleidenden beizustehen. So ist die Gründung und Errichtung des Marien-Hospitals in Lüdinghausen zunächst auf „seinen Antrieb hin unter großen eigenen Opfern erfolgt“. An der Verwaltung des Hospitals nahm Strotkamp schließlich als Vorstandsmitglied bis zu seinem Tode „freudigen Anteil“.

Er war Direktor des hiesigen Land- und Stadtgerichts und als Lüdinghausen zum Sitz eines Kreisgerichts wurde, ernannte „seine Majestät der König“ Strotkamp in besonderer Anerkennung seiner Verdienste zum Kreisgerichtsdirektor.

In einem Aufruf des hiesigen Kreises zur Finanzierung eines Denkmals zu Ehren Strotkamps heißt es u.a.: „Die außerordentlichen Verdienste und Tugenden des Verstorbenen machen es dem Kreise zur Ehrenpflicht, das Andenken desselben durch ein dauerndes Denkmal zu verewigen. Hierzu bitten wir um reichliche Beiträge.“ Der Aufruf verfehlte seine Wirkung nicht. Im Archiv der Stadt gibt es über den Bau des Denkmals eine Akte, in der die Einnahmen aus der erfolgten Sammlung fein säuberlich verzeichnet sind. Insgesamt wurden 542 Taler, 26 Groschen und 5 Pfennig eingenommen. Mit dem Entwurf und der Ausfertigung wurde der Architekt Hertel beauftragt. Insgesamt wurden für das Denkmal 570 Taler ausgegeben. Einnahmen und Ausgaben deckten sich durch aufgelaufenen Zinsen.