Naturschutzgebiet "Alter Kanalarm"

Zur Erhaltung und Wiederherstellung der Lebensgemeinschaften an einem stehenden
Gewässer, besonders hinsichtlich der Pflanzen- und Tiergesellschaften der Laichkraut-
und Röhrichtzonen und aus landeskundlichen und wissenschaftlichen Gründen hat das Land Nordrhein-Westfalen den alten Kanalarm Lüdinghausen zum Naturschutzgebiet erklärt.

 

Als der neue Kanal, die neue Fahrt, in den 30er Jahren gebaut wurde (der Schiffsverkehr konnte den alten, engen Kanal nicht mehr passieren), blieb nördlich von Seppenrade der Alte Kanalarm Lüdinghausen, die alte Fahrt, erhalten.

 

Er konnte sich daraufhin als Stillgewässer sehr vielfältig entwickeln. Das Schutzgebiet besteht aus zwei relativ flachen, insgesamt etwa 1,3 km langen Gewässerabschnitten, die durch Röhrichte, Seggenriede sowie Ufergehölze und Ufergebüsche geprägt sind. Die offenen Wasserflächen heben sich durch eine artenreiche Wasservegetation mit Laichkraut- und Wasserschlauch-Beständen hervor. Seltene Blumen wachsen hier.

 

Zu den besonderen Brutvögeln am Alten Kanalarm gehören Eisvogel, Teichrohrsänger, Nachtigall und Rohrammer. Sogar der sehr seltene Zwergtaucher und die Rohrweihe konnten an den Gewässern mit erfolgreicher Brut beobachtet werden.

 

Dem Gebiet kommt aufgrund des Vorkommens der zahlreichen genannten gefährdeten Arten ein wichtige Funktion als Refugialraum der Artgemeinschaft der Stillgewässer im Kernmünsterland zu. Im Vergleich mit Stillgewässern ähnlicher Ausprägung im Naturraum nimmt es durch seine strukturelle Vielfalt einen oberen Platz für die Erhaltung naturnaher Gewässer ein.  Schutzziel ist die Erhaltung des naturnahen Charakters des Gewässers und der strukturellen Vielfalt durch Erweiterung der Pufferzone an die östlich angrenzenden Ackerflächen.